39 dirs Achtundvierzigſtes KRayitel. 5 n58 Der Tod ſucht⸗ wie man ſagt, ſelten eine Familie heim, ohne ſeinem erſten Opfer noch
andere nachzuziehen.„Walthers Tochter, ein zu frühzeitig gebornes Kind, war von ihrer Geburt an ſchwaͤchlich und kraͤnklich. Im Früblinge, nach ihrese Großvaters Ableben⸗ ſchwando ſ e. ſichtlich hin, und gegen das Ende des Sommers prophezeite Jedermann ihre. baldige Aufloͤſung. Die Aengſtlichkeit und Zirelichkeit ihres Baters kannte keine Gren⸗ zen. Sie war der einzige Gegenſtand, fuͤx esen, er wahre Theilnahme fuͤhlte; und als
— eutſchlumment war, wollte er weder ben mnoch deufen, daß ſie wirklich todt
het hen blieb ſchweigend an ihrem Berte ſitzen und duldete nicht, daß man ſie beruhre,
damit man ſie nicht in dem Schlafe ſtoͤre, der ihr ⸗ wie er wähnte, zur Wiederherſtel⸗
lung ihrer Geſundheit dieng. Kein Zureden vermochte ihn von ſeinem Wachpoſten zu
entfernen, und keine Vorſtebkungen kounten 1
ihn dahin bringen, daß er den kleinen Leich⸗ nam zum Begräͤbniſſe ankleiden ließ. Georg 23*


