die es ſich ſo ſauer hatte werden laſſen, ihm in ſeiner Hulfloſigkeit beizuſtehen. So oft jedoch dieſe mitleidige Frau ſich erkundigte, ob er Magdalenen einen Theil ſeines Gewinn⸗ ſtes zukommen laſſe, erhielt ſie von ihr zur Antwort:„Ich hoffe, der arme Burſche hat mehr Verſtand, als daß er an meines Glei⸗ chen denken ſollte. Beſtrebt er ſich nicht, die Ländereien ſeiner Vorfahren wieder zu er⸗ obern? Sie wiſſen, daß er aus vornehmem Gebluͤte ſtammt,— und ich bin ja nichts Seſeres als ſeine Magd.“
Aber, obzwar Magdalene dieſe großmir thige Sprache fuͤhrte, fuͤhlte ſie doch den Undank ihres Pfleglings um ſo ſchwerer, als ſie bettlaͤgerig wurde, und in ihrer einſamen Dachkammer keine andere Unterſtuͤtzung hatte, als die, welche Frau Gorbal ihr dann und wann zukommen ließ. In dieſer traurigen Lage konnte ſie dennoch zuweilen den Wunſch nicht unterdruͤcken, Claudius, der ſehr gute Geſchaͤfte auf der Grenze machte, möͤge dann und wann an ſie denken. Und dennoch war
der Wunſch, ihn noch einmal vor ihrem


