Lieschen. Aber Du weißt ja, daß ich mich wenig um die Leute bekuͤmmere, wenn ich nichts von ihnen hoͤre; doch kann Niemand groͤßeres Mitleiden mit verarmten Vornehmen haben, als eben ich.“
Ohne hierauf zu antworten, da ſie die Richtigkeit der Aeußerung ihres Gatten aus Erfahrung kannte, fragte Frau Gorbal Mag⸗ dalenen weiter:„Wo wohnſt Du? Wagudn lehſt Du? zanr 1 „Ich lebe von der Gnade Gottes und wohne in einer Dachkammer in John Sin⸗ clairs Gaͤßchen, und verdiene mir mein Brot mit Strumpfſtricken,“ erwiederte die ehrliche Magd demuͤthig.„Aber Claudchen iſt ein munterer Burſche und verlangt mehr, als ich ihm geben kann. Ein junger Magen iſt nicht gut fuͤr einen armen Wicht!“
Der Richter und ſeine Hausehre warfen einander mitleidige Blicke zu, und letztere ſagte: „Maͤnnchen, wir koͤnnten wohl etwas fuͤr ſie thun. Unſere Speiſekammer wird d'rum nicht leer werden.“
Magdalene Ahialt dem zu Folge die Bei⸗


