248 Frauen und Opfer.
erinnert, als ihm im vorigen Jahre die erſte italieniſche grün roth und weiße Cocarde vor die Augen ge⸗ kommen und er nun gemeint, in jedem Gefecht zu fallen; wie ſich die Weiſſagung aber jetzt erſt erfülle, in Ungarn, deſſen nationale Roſenfarben freilich mit Trauerflor verhüllt ſeien. 4
„Ich ſterbe,“ ſagte er dann traurig,„um den Irr⸗ thum zu ſühnen, daß man einem fremden Unterjochungs⸗ ſyſtem dienen dürfe. Wäre ich ein öſterreichiſcher Fürſt geweſen, ich hätte vielleicht ruhig mein Schwert gegen dieſe Italiener und Ungarn geſchliffen, denn ſie waren die Feinde meines Vaterlandes. So aber ver⸗ ließ mich nie der Gedanke, was ich eigentlich mit dieſen Italienern, dieſen Ungarn zu ſchaffen habe, und welches Intereſſe am Siege über ſie! Aber ich ſcheute mich aus falſchem Ehrgeiz während des Krieges mei⸗ nen Abſchied zu fordern. Wehe Jedem, der eine eigne ungerechte Sache, aber dreimal Wehe dem, der eine fremde ungerechte unterſtützen hilft!“
Wenn man die Lage dieſer beiden Menſchen ins Auge faßt, könnte man denken, dieſe zwei Tage ſeien ihnen trübe und peinvoll verfloſſen. Dem war aber nicht ſo— nie hatte weder Albert noch Agnes zwei ſo friedliche, ſchöne, ſtille Tage verlebt. Sie waren Beide wie im Traum! Albert hatte, als er Agnes als Mäd⸗


