Frauen und Opfer. 247 mitleidig den fremden blaſſen Mann an, der beſonders dem kleinen Jungen, er glich Agnes, viel freund⸗ liche Worte ſpendete. Der Arzt verbot dem Prinzen
das viele Sprechen, aber der ſagte ruhig:„Wenn
ich zu retten wäre, ließ ich mir Alles gefallen, ſo aber fühle ich den Tod ſo beſtimmt mit jeder Stunde mir näher treten, daß ermir wenigſtens jetzt ſchon ein Stück⸗ chen von der Freiheit gewähren ſoll, die wir Alle von ihm hoffen.“
Er ſprach mit Agnes meiſtens von ſeiner Kindheit, von ſeiner Mutter, von ſeinem Aufenthalt in Venedig, einer Reiſe nach Florenz, Rom und Neapel, nie aber von der Zeit ſeines frühern Zuſammenſeins mit ihr.
Er bat ſie, ihm von dem Ende ihres Vaters, von ihrem Leben in Peſth, von Eliſabeth Serenyi, der un⸗ ſchuldigen Urſache ſeines Todes, an der er mit dem edelſten Feuer Theil nahm, aber nie bat er ſie, von Wilhelm zu erzählen.
Er theilte ihr mit, daß er Roſalie und Ludmille nach Amerika eingeſchifft, wohin ſie dringend nach der Wiedereroberung Oberitaliens verlangt; dann erzählte er Agnes, daß in ſeiner Kindheit eine alte Zigeunerin nach Waldheim gekommen und ihm prophezeit, er möge ſich hüten vor dem Lande, deſſen Fahnen die Farben der Roſe trügen, und wie er ſich plötzlich deſſen


