Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

242 Frauen und Opfer.

und er erfahren, daß ſie ſogar mehrere Militairs ver⸗ wundet und entwaffnet, gerieth er in kindiſche Wuth.

„Daß Du der alten Megäre bei ſolch niederträch⸗ tigen Handlungen geholfen, ſoll Dir vergolten werden. Gott ſei Dank, daß Du noch lebſt!“ brüllte der Böhme.

Eliſabeth aber ſagte mit ſtolzem Lächeln:„Ich bin bereit, einzuſtehen mit meinem Leben, habe aber leider weiter nichts gethan, als die von Frau von Horvath Verwundeten verbunden und ihnen Speiſe und Trank gebracht— aber nebenbei war ich freilich ihr Kerker⸗ meiſter! Dafür könnt Ihr mich tödten!“

„Tödten?“ lachte der Reiter.„Meinſt Du, wir ver⸗ ſchöſſen unſer gutes Pulver an elende meuchleriſche Weiber?“

„So knüpft mich an einen Baum, wenn das Kriegs⸗ gericht meinen Tod verlangt— vielleicht wird dieſer Baum einſt der Freiheitsbaum Ungarns.“

„Kriegsgericht?“ Meinſt Du, ich lieferte Dich an das Commando in Ketskemet ab? Das wäre ſolch hoch⸗ müthiger Dirne gerade recht! Man erführe dann im ganzen Lande die impertinenten Phraſen, dieſie ergrau⸗ ten Kriegsmännern in den Bart geſchleudert— ſo eine Ungarin ſtirbt gerne aus Eitelkeit.“

„Was wollt Ihr denn thun?“fragte Eliſabeth mit einer gewiſſen Beängſtigung.