Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Frauen und Opfer. 243

Der Lieutenant ſagte nichts, ſondern wies nur auf einen Tiſch, wo eine Hetzpeitſche lag, dann ſagte er höhniſch:„Das iſt für Euresgleichen!“

Es war einen Augenblick, als wolle Eliſabeth ſich auf den Lieutenant ſtürzen und ihn erwürgen; dann aber ſchien ein Gedanke ſie zu durchzucken und ſie rich⸗ tete ſich hoch auf und wandte den Kopf zum Fenſter hinaus.—

„Glaube ja nicht,“ſagte der Lieutenant höhniſch,„daß ich eigenmächtig handle, wir haben Ordre, rebelliſche Weiber nicht zu tödten, nicht lange einzuſperren, ſondern nach kurzem Proceß auf freiem Felde durchzuprügeln— es wird Dir in Deiner und der großen italieniſchen Nation bald nicht an Schickſalsgefährtinnen fehlen. Wenn Ihr dann frei ſeid, könnt Ihr Euch einen Orden ſtiften— den Peitſchenorden, das klingt gut!“

Eliſabeth antwortete nicht. Er ließ ſie in eine dunkle Kammer bringen und zwei Mann Wache davor poſtiren, dann verſammelte er einen Kriegsrath aus einigen Un⸗ terofficieren, und nachdem alle einſtimmig auf den An⸗ trag des Officiers auf Prügelſtrafe erkannt, wurden vier Mann abgeſchickt, um Eliſabeth zu holen. Sie fanden ſie in einem See von Blut am Boden lie⸗ gend; ſie war in der Agonie. Mit einem Federmeſ⸗ ſer, das ſie in ihren handbreiten, dicken, braunen 16*