Frauen und Opfer. 241
Als aber ihre Mägde— denn ihre Knechte hatte ſie längſt zu Kriegern des Vaterlandes ausgerüſtet— ſich überall nach ihr erkundigten, wurde man aufmerkſam und kam auf die Spur. Das Commando in Ketske⸗ met erfuhr von der Sache und fertigte nun den Befehl aus, alle Angehörigen der alten Dame zu arretiren, nach Ketskemet zu bringen und die Puſta zu durchſuchen und zu beſetzen.
Ein Unterlieutenant von Waldheims Schwadron, ein Baron Koffka, wurde mit dieſer Expedition wäh⸗ rend des Prinzen Abweſenheit betraut; dieſer würde es nicht verabſäumt haben, dem rohen Böhmen noch be⸗ ſondere Befehle einzuſchärfen, da er deſſen Brutalität kannte und ſchon oft gerügt hatte. 4
Kofffa fand nur Eliſabeth auf der Puſta und ſie ſchleppte er mit ſich. Es iſt geſagt worden, daß ſie vor
ihrem Weggehn dem Officier den Aufenthalt der Ge⸗
fangnen anzeigte; ſie that das aus Menſchlichkeit, da⸗ mit die Armen ohne ihre Pflege, da ſie allein um ſie wußte, nicht verhungern ſollten. Dieſe gute Handlung ſollte ſie ſchwer büßen. Auf der erſten Station wurde
ſie vom Pferde losgebunden und vor den Officier ge⸗
führt und von ihm ausgefragt. Als ſie nun mit einer gewiſſen Genugthuung dem übermüthigen Unterlieu⸗ tenant die Heldenthaten der alten Ungarin berichtet Gegen den Strom. II. 16


