Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein junges und ein altes Herz. 243

„Ludmille wollte nicht die Deine werden, weil ſie Dich nicht liebte, ich nicht, weil ich Dich über alle Maaßen liebe, ſo wie ich nie Jemand geliebtund nie Je⸗ mand lieben werde. Du willſt jetzt Dein Schickſal an das meine ketten, weil Ludmillens Falſchheit Dich für Schönheit und Jugendreiz augenblicklich unempfindlich gemacht hat. Aber Schönheit und Jugend werden wie⸗ der ihre Rechte bei Dir geltend machen und dann ſollſt Du frei ſein. Mich macht es glücklich, daß Du mich ſo hoch geſtellt, daß meine Maͤngel Dir unſichtbar ge⸗ worden, mich macht es glücklich, daß es in meine Hand gegeben iſt, Dein Schickſal zu lenken.“

Lächelnd wies ſie ihn von ſich— ſie war ſo ruhig, ſo würdevoll, daß Wilhelm des Glaubens wurde, ſie habe nie eine wirkliche Leidenſchaft für ihn empfunden. Er ſah nicht ihre Thränen, wenn ſie allein war, er ahnte nicht, wie groß ihr Edelmuth und ihre aufopfernde Liebe für ihn geweſen. An ihre fürſtliche Geburt hatte ſte dem Lieblinge gegenüber keinen Augenblick gedacht, obgleich es der einzige äußerliche Vorzug war, den ihr das Schickſal verliehen.

Wir müſſen noch Einiges über die Waldheim'ſchen Familienmitglieder nachtragen. Das Haupt, der Fürſt, war durch ſeiner Gemahlin Bemühungen vollkommen

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