Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein junges und ein altes Herz. 239

„Wer weiß es— o könnte ich ſie ganz aus meinem Gedächtniſſe verwiſchen!“

Albert hatte den Kopf weggewandt. Endlich über⸗ wand ſein beſſeres Selbſt und Wilhelm die Hand rei⸗ chend, ſagte er leiſe:„Ja, es iſt die unerhörteſte Sünde, eine Seele beſitzen zu wollen, ohne ſelbſt eine Seele einzuſetzen, es iſt ein Betrug, bei dem man Juwelen mit falſchem Golde kaufen will, aber— ich ſelbſt habe dieſen Betrug verſucht, und wer weiß, ob ich nicht jetzt nur ein ehrlicher Mann geworden, weil es mir nicht gelang, ein Betrüger zu ſein!“

Wilhelm drückte die Hand des jungen Prinzen und ſagte weich:„Sie ſind der aufrichtigſte Menſch, der mir je vorgekommen! Ich ahnte nicht, daß Sie auch ſolch ein Schickſal gehabt!“

„So unglücklich ich bin,“ ſagte Albert weich,„bin ich doch noch glücklich im Vergleiche mit Ihnen, denn das Mädchen, das ich liebe, iſt makellos! Sie aber, armer Menſch— wie ſind Sie zu beklagen— ich ſehe das ein, wenn es auch meine Schweſter iſt, die Sie betrog.“

Die Fürſtin trat ein und ſie erfuhr aus Alberts Munde die volle Wahrheit. Wilhelm vergaß ſeinen eigenen Schmerz beim Anblick ihres Schmerzes, des Schmerzes, als ſie ſah, welch unwürdig Spiel ihr Kind

„.