Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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238 Ein junges und ein altes Herz.

um meinen Vater Ihrethalben zu beruhigen; meine Mutter iſt bei ihm und weiß nicht, was ſie dem zor⸗ nigen Mann ſagen ſoll. Er iſt außer ſich, daß Sie Ludmillen bis zur Ohnmacht erſchreckt, und wirft da⸗ bei und gewiß ungerechter Weiſe alle Schuld auf Sie.

Wilhelm legte mit ſchmerzlichem Ausdruck die Hand an die Stirne und folgte dem Prinzen in ſein Zimmer.

Dort zog er Ludmillens Brief aus der Taſche und übergab ihn ihrem Bruder, dann ſuchte er noch in einer andern Taſche, wo er Ludmillens Zeilen, die ihm die Zuſage ihrer Flucht brachten, aufbewahrt;z auch dies Papier übergab er dem Prinzen.

Alberts Auge flog raſch über die beiden kleinen Zettelchen.„Wer hätte das von dem ſechzehnjährigen Mädchen gedacht!“ rief er entrüſtet.„Kein wahres Wort an der ganzen Geſchichte, Niemand hat ſie ver⸗ rathen— wer könnte auch anders als ich es gethan haben?“

„Ihre Tante Roſalie hatte ich zuerſt im Ver⸗ dacht!“ „Woher wußte Roſalie um ndas Geheimniß?“ FLudmille ſelbſt hat ſie zur Vertrauten gemacht.“ „In welcher Abſicht ſie das wohl gethan hat?“