Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Ein junges und ein altes Herz. 23⁵

ihn aus, als aber ſeine hellen, leuchtenden, drohenden Blicke aus dem bleichen Geſicht ſich immer feſter in die ihrigen bohrten, da ſchlug ſie in unerträglicher Qual die Hände vor's Geſicht und ſtürzte mit einem lauten Schrei ohnmächtig hinten über.

Wilhelm eilte ihr nicht zu Hülfe, nur Albert, nachdem er Wilhelm einen fragenden Blick zugewor⸗ fen, trug ſie hinaus. Die Fürſtin ſaß zitternd in einem Seſſel, der Fürſt war in ſein Zimmer geeilt, um Eſſig für die Ohnmächtige zu holen.

„Herr Doctor,“ ſagte endlich die Fürſtin zu Wil— helm, der auch kaum ſeiner ſelbſt mächtig in der Ecke lehnte—„was ſoll das heißen?“

„O,“ lachte Wilhelm,„ich hatte nur etwas vergeſſen — etwas, das mir Princeſſin Ludmille„aus gnädigem Scherz“ geſtohlen. Das wollte ich mir wiederholen!“ Nach dieſen Worten erſchallte ein höchſt unangenehmes Lachen aus ſeinem Munde, ein Lachen, wie es die Fürſtin nie von ihm gehört.

Der Zorn, den ſie gegen ihn empfunden, als er ihr Kind auf eine ihr unbegreifliche Weiſe ſo erſchreckt, legte ſich augenblicklich, als ihr klar wurde, daß ſie einen Unglücklichen vor ſich ſah.

„Hat meine Tochter eine Schuld gegen Sie, lieber Wilhelm?“

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