Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

224 Ein junges und ein altes Herz.

leiſe— ſeines Vaters Einwürfe hatten ihm den Kopf verwirrt—„Wenn Sie aber nun einwilligen?“

„So kann ich es nicht, weil ich Dir nichts zu ge⸗ ben habe; mein Einkommen reicht kaum für uns aus, wovon ſollte ein erbprinzlicher Hofſtaat ausgerüſtet werden?“ 3

„O, Agnes iſt ſo einfach!“

Der Fürſt lachte laut.„Ich glaube wohl, daß Fräu⸗ lein von Stein einfach iſt, aber ich will keine einfache Schwiegertochter auf Waldheim. Dieſer Ausweg aus Deinen Bekümmerniſſen iſt eine Unmöglichkeit— ehe ich Fräulein von Stein als Deine Gemahlin empfinge, eher würde ich ſterben!“

Albert und ſeine Mutter erſchraken heftig, denn der Fürſt, ſo ſehr er ſonſt in ſeinen Reden übertrieb, liebte ſein Leben ſo übermäßig, daß er noch nie, ſelbſt nicht im Scherze deſſen Verluſt als eine Möglichkeit angedeutet. Bei ihm war das ein hoher, noch nie abgelegter Schwur!

Die Fürſtin hatte, wie jede zärtliche Mutter, ſo⸗ gleich im Herzen die Parthie ihres Sohnes ergriffen— ſie litt in ſeiner Seele mit ihm.

Albert ging noch einmal auf ſeinen Vater zu, aber die Fürſtin, die Aufregung der beiden Männer bemer⸗ kend, ergriff ſchnell Alberts Arm und ſagte bittend:

3