Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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e.

Ein junges und ein altes Herz. 225

„Gehe mit mir, mein Kind, mir iſt unwohl.“ Al⸗ bert gab ſeiner Mutter den Arm und führte ſie weg; der Fürſt aber blieb mit gerunzelter Stirne noch eine Stunde lang am Fenſter ſtehn. Er ſtarrte hinaus, aber er ſah nicht, daß Wilhelm draußen mit Ludmillen auf⸗ und abging und eifrig mit ihr redete. Ludmille ſah von Zeit zu Zeit nach ihrem Vater, es lag in ihrem Geſichte etwas, als wünſche ſie von ihm erblickt zu werden, aber er bemerkte ſie dennoch nicht.

Dann blickte ſie wieder nach Alberts Fenſter und beantwortete kaum Wilhelms dringende Worte, der das unverhoffte Glück, mit der Geliebten ungehört und un⸗ geſtört reden zu können, mit vollen Zügen trank. Er beantwortete nicht Ludmillens wiederholte Frage:„Wo bleibt unſer Wächter?“

Zwei Augen nur bemerkten Wilhelms Glück, die Augen Roſaliens!

Es war in den folgenden Tagen, als habe Albert keine Aufmerkſamkeit mehr für Wilhelm und Ludmille — er war ſo ſehr mit ſeiner eigenen Liebesgeſchichte be⸗ ſchäftigt, daß er ſie mit voller Gleichgültigkeit in ihrem Liebeshandel gewähren ließ; Roſalien aber kam es zuweilen vor, als ſei Ludmillen ihre Freiheit läſtig, als wünſche ſie ihren Bruder auf ſich aufmerkſam zu

Gegen den Strom. I. 1⁵