Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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222 Ein junges und ein altes Herz.

wenn ſie mir widerwillig zum Altar folgte— o, ſie hat Strafe um mich verdient!“

Und er preßte das Geſicht in beide Hände und wandte ſich ab und wollte aus dem Zimmer, aber die Gräfin hielt ihn zurück und ſagte, indem große Thrä⸗ nen aus ihren Augen fielen:„Mein armes, armes Kind! Erſchrick nicht vor Dir ſelbſt! Wo die Leidenſchaft aufſchießt, wird immer die Liebe zurückgedrängt, denn Liebe iſt ſanft und ſchüchtern.“

Albert hörte ſie nicht an, und da ſie ſich vor die Thüre ſtellte, ging er wie ein gefangener Löwe im Zim⸗ mer auf und ab, die Zornesader auf der Stirne hoch aufgeſchwollen— Niemand hätte eben in ihm einen unglücklich Liebenden geſehn.

Der Fürſt muſterte ihn in großer Befangenheit.

Zum erſten Male in ſeinem Leben wußte er nicht, was er ſagen ſollte. Dieſem über ſich ſelbſt erzürnten Sohne konnte er unmöglich tadelnde Worte zurufen, und eben ſo wenig gab es in ſeinem Innern den klein⸗ ſten Winkel, woraus ein Echo für Alberts Verlangen herausgetönt hätte— dieſe Heirath war in ſeinen Augen eine Unmöglichkeit!

Eine lange Weile ſchwiegen alle Drei. Albert ging 4

trotzig mit aufgeworfenen Lippen im Saale auf und ab. Seine Mutter ſtand noch immer an der Thüre, die Augen