Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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220 Ein junges und ein altes Herz.

den, fuhren erſchrocken herum— die Fürſtin ſtand in der offnen Thüre und hatte offenbar die letzten Worte ihres Sohnes gehört.

Albert erröthete bis an die Haarwurzeln, es war ihm höchſt unangenehm, daß ſeine Mutter gerade dies gehört— ſo etwas geſteht kein Mann einer Frau, ſelbſt nicht der eigenen Mutter, und wäre er auch von Alberts rückhaltsloſer Offenheit!

„Wen liebſt Du denn ſo widerwillig, mein Sohn?“ fragte die Fürſtin lächelnd; der Sohn zögerte zu ant⸗ worten und ſo nahm der Fürſt das Wort und ſagte leichthin:„O, weiter Niemand als ſeine alte Flamme— Fräulein von Stein.“

Die Fürſtin entgegnete nichts, aber ſie ſah forſchend in ihres Mannes Augen, als wolle ſie ihn fragen: „Nun, und was ſagſt Du dazu?“

Ihr Gemahl wandte ſich aber ab und trommelte auf der Fenſterſcheibe; auch Albert ſah in den Hof, als ſeien die beiden Doggen an der Kette da unten ihm das intereſſanteſte Schauſpiel der Welt; es war offenbar, die beiden Männer wollten die Dame los ſein; dieſe aber wollte nicht gehen; deshalb ſchien ſie ihre Ueber⸗ läſtigkeit gar nicht zu bemerken, ihr Herz wollte um je⸗

den Preis noch mehr von dem Herzen ihres Lieblings erfahren.