Ein junges und ein altes Herz. 219
Stimme,„nach Deiner wahnſinnigen Heirathsmitthei⸗ lung die Lobeserhebung dieſer Dame anzuhören!“
„Gut, gut, mein Vater, ich will mich kurz faſſen, ich will Ihnen nur ſagen, daß ich ſeit ſechs Monaten weiß, daß meinem innern Glück dies Mädchen über Alles geht— daß ich ſeitdem gekämpft habe um ihretwillen, daß der Stolz eines oft gekränkten Mannes und der Hochmuth eines deutſchen Fürſten mir alle Waffen in dieſem Kampfe geliehen und ich dennoch un⸗ terlag, ja rettungslos unterlag, mein Vater!“
„Und was ſiegte in Dir?“
„Ich könnte ſagen, die Liebe zu Agnes Stein! Aber das iſt es doch eigentlich nicht, denn es giebt Momente, wo ich ſie förmlich haſſe, um der Macht willen, die ſie über mich errungen; ihre Liebenswürdigkeit kommt mir dann wie ein Zauber vor, dem ich nur mit Widerwillen mich unterwerfe— nein, Liebe iſt das nicht mehr, ſeit⸗ dem mich die Liebe beſiegt— es iſt nur das unmäßige, ununterdrückbare Verlangen nach Glück, und da mein thöricht Herz das Glück nur noch in ihrem Beſitze findet, ſo muß ich ſie beſitzen, um glücklich zu ſein, aber nicht, weil ich ſie liebe!“
„Das iſt die ächte Männerliebe,“ ſagte plötzlich eine ſüße, ſanfte Stimme; die beiden Männer, die während der letzten Worte ihrer Unterredung am Fenſter geſtan⸗


