Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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218⸗ Ein junges und ein altes Herz.

wiſſen Nachläſſigkeit behandelt, es war gerade ſeine Verdauungsſtunde und er war gar nicht aufgelegt, ſich tief in etwas einzulaſſen. Ueberde waren ihm die Liebſchaften und Heirathsplaͤnd eeiner abweſenden Söhne, die meiſtens in Oeſterreich dienten, ſehr indif⸗ ferent. Er wollte und konnte ih nen nichts dazu geben, wurden ſie aber ohne ihn fertig, ſo lag ihm nicht viel an dieſen Nebenzweigen.

Aber Albert, ſein Erbprinz, ſein Nachfolger, ſein Stolz, derjenige, der den Glanz des uralten Hauſes aufrecht halten ſollte— das änderte die Sache ganz ungeheuer! Seine Wangen rötheten ſich, ſein Auge bekam einen ſtarken Glanz, es war offenbar, der Zorn überwältigte das Staunen in ihm, und er rief mit einer ſelbſt Albert in Verwunderung ſetzenden Stimme:

„Biſt Du des Teufels?“

Albert verlor aber durchaus nicht die Faſſung, er ſagte im Gegentheile freundlich:„Vor Allem bleiben Sie ruhig, liebſter Vater, und hören Sie mich an. Ich machte vorigen Winter in der Stadt die Bekannt⸗ ſchaft eines Mädchens—“

„Des Fräuleins Agnes von Stein“——

„Ganz recht, liebſter Vater, des Fräuleins Agnes von

Stein; Sie kennen ſie alſo, Sie erinnern ſich ihrer“— „Muthe mir nicht zu,“ ſagte der Fürſt mit erhobener