26 Agnes.
ſerer ziemlich langweiligen Reſidenz vertreiben hilft. Du weißt, unſere Bekannten finden, daß ich, ein verzoge⸗ nes Kind, eine widerſpenſtige Natur bin; das macht mich ihm vielleicht gerade piquant!“
„Du biſt bitter und ungerecht, A gnes, wie ſo oft!“
„Anſtatt mich zu ſchelten, Väterchen, ſtehe mir in meinen guten Vorſätzen bei. Du wollteſt ihn auf mor⸗ gen Abend zu unſerer Geſellſchaft einladen— ſtreiche ihn von der Liſte.“
„Aber er hat mich ſchon dreimal beſucht—
„Und wie oft hat er mir geſagt, wie ſehr er winn e mich einmal in unſerm Hauſe zu ſehen; und mir Vor⸗ würfe gemacht, daß ich ſo unnahbar ſei und keine Her⸗ renbeſuche annehme, was ja doch ſo natürlich iſt, da ich faſt immer allein bin. Streiche ihn aber dennoch von der Liſte.“
Der Geheimerath umarmte ſeine Tochter, und ſie lehnte in ſchmerzlichen Gedanken ihr Haupt an ſeine treue Bruſt. Sie dachte: So lange mir dieſe Zuflucht bleibt, kümmern mich die Geſinnungen der übrigen Welt nicht. Aber wenn dies Herz mir verloren ginge — der Gedanke nahm ihr den Athem und trieb die Thränen in ihre Augen. Der Geheimerath hob ihren Kopf auf, ſah dieſe Thränen und ſagte erſchrocken: Swnf Du weinſt— um was?“
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