Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Agnes. 25

ſelbſt. Ich habe mich eben tief innerlich gefragt! Nicht weil ich Vergeltung üben will, nehme ich die Huldi⸗ gungen Waldheims an, ſondern weil es meiner Eitel⸗ keit ſchmeichelt, von dem ſchönſten, vornehmſten und liebenswürdigſten Manne der Geſellſchaft ſo übermäßig ausgezeichnet zu werden. Ich habe nicht geglaubt, daß ich eitel wäre— ich ſehe aber ein, ich bin am Ende eitler als alle die Andern.

„Jetzt thuſt Du Dir wieder Unrecht, mein Kind, das biſt Du darum nicht.“

„Aber ich will mich beſſern, ich will einlenken, ich will ihn nach und nach von mir zu entfernen ſuchen, weniger ausgehen, oder wenn ich es thue, mich feſter an ältere Frauen anſchließen; es iſt der Tochter meines Vaters unwürdig, in dieſer Comödie länger eine Rolle zu ſpielen.“

„Comödie? Alſo glaubſt Du nicht, daß er Dich wirklich liebt?“

„Doch, doch; ſo viel er lieben kann. Du weißt aber, Vater, wie ich Dir oft geſagt, es giebt gar zu wenig Menſchen, die die Fähigkeit beſitzen, gründlich zu lieben. Auch Waldheim kann gewiß nur lieben, wenn dieſe Liebe weder ihn noch überhaupt irgend etwas ſtört, das zu ihm gehört. Er liebt mich als etwas, das ihn unterhält und ihm den Winter in un⸗

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