Agnes.
aufgeklärt genug iſt, um ſich von Vorurtheilen, die ſei⸗
ner Familie die höchſten Geſetze des Lebens ſind, be⸗ freien zu können.“
„Das glaube ich auch nicht, lieber Vater, und— laſſe mich ganz ehrlich Dir mein Herz ausſchütten; eben weil ich glaube, weil ich feſt überzeugt bin, daß Wald⸗ heim, ſo ſehr er ſich über ſein Erbſenprinzenthum luſtig macht, dennoch nicht eine Andere heimführen möchte, als eine Prinzeſſin, und wo möglich eine Erzherzo⸗ gin— eben deshalb laſſe ich mir von ihm den Hof machen!“
„Was heißt das?“
„Iſt er ſo wenig gewiſſenhaft, mir durch ſeine tol⸗ len Huldigungen leichtſinnig den Kopf verdrehen zu wollen, ſo mache ich mir auch kein Gewiſſen daraus, dieſe Huldigungen anzunehmen. Ich muntere ihn nicht
dazu auf, aber ich laſſe ſie mir gefallen.“ „Agnes, Agnes! das ſind Sophiſtereien! Lane 4
Dich nicht ſelbſt, mein Kind.“
Agnes ſtützte den Kopf in die Hand, ſie war roth vom vielen Reden, jetzt wurde ſie bleich vom tiefen, ernſten Nachdenken. Ihr Vater beobachtete ſie mit ſtei⸗ gender Theilnahme; endlich legte ſie ſich zurück, ſöloß die Augen und ſagte mit leiſer Stimme:
„Ja, ja, Vater, Du haſt Recht, ich täuſchte mich
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