Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Agnes. 23 Wünſcheſt Du, daß ich ein günſtigeres Urtheil über ihn fälle?“

„Da ſei Gott vor,“ rief der Geheimerath lebhaft, „das könnte zu Unglück führen, denn aus der Sache kann nichts werden! Sein Vater würde Dich eher tödten laſſen, als Dein freifräuliches Wappen unter ſeine Fürſtenkronen in den Stammbaum aufnehmen. Seit dem Verluſt aller Reichthümer iſt die Makelloſig⸗ keit dieſes Stammbaums das einzige Kleinod der Fami⸗ lie. Wenn Du ſehr, ſehr reich wäreſt, wenn Du durch mehrere Millionen die Schulden der fürſtlichen Familie tilgen könnteſt, dann würdeſt Du vielleicht geduldet, aber auf jeden Fall wegen der„Mesalliance“ im Schloſſe eine Hölle haben. Und ſelbſt wenn alles An⸗ dere ſich fügte und erträglich geſtaltete, ſo glaube ich doch nicht an die Möglichkeit eines glücklichen Aus⸗

angs. Ich kenne Albert ſeit lange, habe ich doch re Jahre wochenlang mich bei ſeinem Vater auf⸗ gehalten, um im Auftrage der Regierung die Ablö⸗ ſungsangelegenheiten der Gemeinden ſeiner Standes⸗ herrſchaft ordnen zu helfen. Den Prinzen Albert, der freilich noch ſehr jung war, habe ich damals täglich geſehen, und da mich ſein friſches, gutmüthiges, natür⸗ liches Weſen anzog, auch beobachtet. Nach dieſen Be⸗ obachtungen glaube ich nun, daß Albert ſelbſt nicht