——
Agnes. 21
würde er mir noch zehnmal weniger gefährlich ſein, denn das iſt ſein einziger Zauber für mich, daß er, obgleich er ein Prinz, doch ſolch ein erträglicher Menſch iſt.“ 1
„Ei, mein Kind, ich wußte icht, daß Du eine ſolche kleine Demagogin ſeiſt!“
„Ich bin es auch nicht. Aber geſtehe ſelbſt, Vater, iſt Dir je ein junger amüſanter, ja nur ein natürlicher Prinz vorgekommen?“
„Doch, doch, denke nur an meinen Freund, den Prinzen Ernſt.“.
„Das iſt aber kein junger Prinz; ältere Fürſten giebt es genug, die höchſt liebenswürdig ſind. Aber die jungen leiden alle an der Unverdaulichkeit ihrer Würde. Und es iſt auch ganz natürlich, denn wie kann ein achtzehnjähriges Haupt mit gutem Gewiſſen die Ehrfurcht und unterthänige Ergebenheit des älteſte bedeutendſten Menſchen annehmen, ohne davon ſe chwi lig zu werden und aus dem Tacte zu kommen?“ 8
„Was ſoll aber geſchehen? Sollen die Prinzen bis zum vierzigſten Jahre incognito bleiben?“
Agnes lachte und ſchüttelte den Kopf.„Man ſoll ſie nur etwas anders behandeln, höflich, aber nicht 4 ehrerbietig, dann iſt Alles gut.“
„Die Unbefangenheit, mit welcher Du im Allgemei⸗


