Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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20 Agnes.

„Mein Kind, ſchließe die Thüre ab, ich habe mit Dir zu reden.“

Agnes that es und ſetzte ſich vor ihren Vater, in⸗ dem ſie ſeine Hand ergriff und ihn ruhig anſchaute.

„Man macht mich von allen Seiten darauf auf⸗ merkſam, daß Dir der junge Prinz von Waldheim ſo angelegentlich den Hof mache. Ich hätte es nicht be⸗

merkt, denn ich bemerke nie, wenn man Dir den Hof macht, weil ich das ganz natürlich finde; aber die Leute ſagen, der Prinz treibe es unnatürlich arg— was ſoll daraus werden?“

Fiebſter Vater, nichts ſoll daraus werden, nichts kann daraus werden und nichts wird daraus werden! Siehſt Du denn das nicht klar?“

„Freilich ſehe ich es, liebe Agnes, aber es freut mich, daß du es auch ſiehſt und mit ſo ruhtgem un und heitrem Auge ſiehſt.“

„Warum ſollte ich denn nicht heiter und ruhig ſein? Erſtens, wie Du weißt, Vater, will ich nicht heira⸗ then, ich will immer bei Dir bleiben. Und ſelbſt wenn das nicht wäre, wäre Albert von Waldheim nicht der Mann, dem ich mein Selbſt opfern könnte. Weil er ein Prinz iſt, und zwar aus einem Hauſe, das am

meiſten auf ſeine Ebenbürtigkeit hält, kann er mich nicht heirathen— wenn er aber kein Prinz wäre,

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