Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

—

Agnes. 17

„Ich habe geſagt wir; alſo natürlich die ganze Familie: meine Eltern, meine Schweſtern, meine Brü⸗ der? warum fragen Sie ſo ſonderbar?“

„Wenn eine fürſtliche Perſon wir ſagt, kann man nie wiſſen, ob es die Einzelzahl oder die Mehrzahl be⸗ deutet; ich dachte, Sie probirten einſtweilen den regie⸗ renden Herrn.“

„Wie Sie boshaft ſind, gnädiges Fräulein, und Sie ſehen doch ſo gutmüthig aus!“

„Das bin ich auch, aber ich bin auch luſtig. Zu⸗ weilen wenn ich ſehe, daß es meinem Vater zu viel wird, thut es mir leid, daß ich ſo luſtig bin!“

„Ich bin es eigentlich auch— aber jetzt zuweilen— und er ſeufzte tief auf, indem er die Augen niederſchlug; aber wie erſtaunte er, als Agnes ein ſo unendliches Gelächter erſchallen ließ, daß ſie gar nicht zu Mihem kommen konnte.

Mein Gott, gnädiges Fräulein, was habe ich denn geſagt, das Sie ſo außerordentlich beluſtigt?“

„Geſagt? Geſagt haben Sie nichts, aber Sie haben geſeufzt! Bitte, Prinz, ſeufzen Sie nicht mehr! Das bringt den ernſthafteſten Menſchen um die Faſſung, Sie ſeufzen zu ſehn! Dazu hat Gott Sie offenbar nicht be⸗ ſtimmt, ſonſt hätte er Ihnen nicht ſo rothe Wangen,

nicht ſo luſtige Augen und keine ſo heitre, ſtrahlende Gegen den Otrom. I. 2