fen. Man verſtehe aber nicht falſch; der junge Prinz war kein Geck. Wenn ihn etwas intereſſirte, war er im Stande, ſeine ſchönen blonden Locken zu zerwühlen, deren anmuthiger Schwung ihn doch zu Hauſe ſo viel Mühe gekoſtet. Ein Geck war er nicht, aber er hatte trotz aller Liebenswürdigkeit zwei feſtgewurzelte Ueber⸗ zeugungen, von denen vor allen andern ſein ganzes Weſen durchtränkt war: die Ueberzeugung, ein Prinz aus einem der älteſten Fürſtengeſchlechter Deutſchlands und einer ſeiner ſchönſten Männer zu ſein. Wie oft hatte man ihm auch Beides geſagt! Jung und Alt, Vornehm und nicht Vornehm hatte ſich bemüht, ihn eitel zu machen; ein Wunder war es wirklich, daß er außerdem noch ſo vernünftig geblieben. Aber wenn Agnes im unbewußten Gefühle ihrer Macht über ihn ſeine Schwächen geißelte, ſchämte er ſich ihrer doch zuweilen. Er hatte ihr eines Tages mit ſeiner eigenthümlichen Naivetät erzählt, daß ſein Vater Iin ſeinem Schloſſe früher ein allerliebſtes Hoftheater rrichten laſſen, und hatte dabei den Geſchmack, der bei 2 der Decorirung der fürſtlichen Loge gewaltet, gerühmt. „Wer kam denn da hinein?“ „Wer ſollte denn anders hineinkommen als wir?⸗ „Wir? Sie allein oder mit Ihnen Ihre hohe Fa⸗ milie?“
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