Agnes.
Sie neigte lächelnd ihr roſiges Haupt. „Ich muß Ihnen aber vorher bekennen, daß ich ein ſchlechter Tänzer bin; ich kann nie den rechten Tact treffen, immer zu langſam, immer hinterher.“
„Das iſt ein ächt fürſtlicher Fehler,“ lachte Agnes.—
„Ich bin nur ein mediatiſirter Fürſt, habe alſo nicht die Vorrechte—
„Das thut nichts; ich meine, es thut nichts, daß Sie langſamer tanzen, ich habe glücklicherweiſe eine
chte Unterthanen⸗Natur, nämlich mich in Alles finden
zu können— auch in einen falſchen Tact,— es wird ſchon gehen.“
Und es ging vortrefflich; Niemand bemerkte, daß die beiden ein langſameres Tempo durchführten, im Gegentheil, man bewunderte das ſchöne Paar.
Am Schluſſe des Balles tanzte Agnes noch einmal mit dem Prinzen, und es machte ihr Vergnügen. Er
hatte während einer Pauſe ihr längere Zeit die Unter⸗
haltung gemacht und ihr ins Gedächtniß zurückgeru⸗ fen, daß er ſie als kleines Kind einmal in einem Bade⸗ ort geſehn. Sie erinnerte ſich deſſen und ſetzte ihn etwas in Verlegenheit, indem ſie ihm erzählte, wie hochmüthig er damals geweſen, wovon ſie ihm einige komiſche Bei⸗ ſpiele anführte. Dann ſprachen ſie über Bücher und ſie
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