Agnes. 9
und alſo allein nach dem Tanzſaal gehen ſollte, wäh⸗ rend alle übrigen jungen Mädchen von ihren Tänzern
i geführt ſiegesfroh an ihr vorüber dahin ſchritten.
Als ſie ſich eben zu dem ſchweren einſamen Gang, der von allen jungen Mädchen als eine Art Schmach betrachtet wurde, anſchicken wollte, trat ihr Vater zu
ihr heran, neben ihm ein junger Mann in der ſchar⸗ lachrothen Uniform der Johanniter. Außer dem weißen geſtickten Kreuz trug er noch einen Stern auf der Bruſt. Es war alſo ein Prinz, denn ſo jung wie dieſer Mann noch war, haben andere Menſchen noch keine Ver⸗ dienſte. „Mein Kind, Seine Durchlaucht der Erbprinz Al⸗ 4 bert von Waldheim wünſcht Dir vorgeſtellt zu werden.“ Agnes ſah auf und wurde dunkelroth, nicht aus Verlegenheit, ſondern nur aus Ueberraſchung plötzlich ein ſo ſchönes Geſicht vor ſich zu ſehen, und der Aus⸗ druck ihrer Augen ſprach dieſen Gedanken ſo naiv aus, daß ihn der Prinz ſogleich herauslas und darüber eben⸗ falls roth wurde, aber mehr aus Freude als aus Ue⸗ berraſchung. „Haben Sie noch einen Tanz frei, mein gnädiges Fräulein?“ Alle, mein Prinz.“ „Darf ich dann um den erſten bitten?“


