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Platze gerückt, kein Baum abgebrochen, kein Garten⸗ fleck umgeändert. Unter den Buchen erhob ſich nach wie vor die alte Warte und bei Regen und Sturm finden wir daſelbſt, in ſeinen Sturmrock gehüllt, das Sprachrohr neben ſich und das Fernglas zur Hand, den ehrwürdigen Strandvogt, der nach gefährdeten Schiffen ausſchaut und Befehle zu ihrer Rettung von oben herab ertheilt. Wenn er dann lange genug draußen geſeſſen hatte, kam, wie ſchon früher, auch Mutter Ilske hereingetrippelt, rief ihrem Alten mit bittenden und, wenn das nicht half, mit drohenden Worten in's Zimmer, wo gewöhnlich der Kaffee, das Mittag⸗ oder Abendbrod bereit ſtand, nach welchem immer noch die holländiſche Pfeife gedampft und ſpät Abends die Bibel geleſen wurde.
Ihre Kinder in Blankenau beſuchten ſie faſt alle Sonntage, denn der Strandvogt von Jasmund ver⸗ ſäumte es bei irgend erträglichem Wetter nie, den Eltern einen bequemen Wagen zu ſenden und ſie hin und zurück fahren zu laſſen. Aber die Kinder kamen auch oft zu den Alten und dann wurde gar häufig von den früheren Zeiten geſprochen, die ſo trübe ge⸗ weſen waren und doch, wie es ſo oft im Leben iſt, ſo herrliche Tage in ihrem Gefolge gehabt hatten. Die größte Freude aber hatten die beiden Alten an


