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zog der Verwalter Hendrichs von Blankenau nach Spy⸗ ker, lernte daſelbſt Gyſela näher kennen und heirathete
ſie im nächſten Frühjahre, während ihre Schweſter Al⸗
heid die Frau des fürſtlichen Förſters auf Werder ward. Der Kaſtellan ſelber und ſeine gute Heylike lebten noch lange in traulicher Ruhe unter ihren Kindern und Kindeskindern und nicht ſelten erhielten ſie von Blan⸗ kenau her Beſuch, was immer einen Freudentag auf dem alten Spyker hervorrief. Im Jahre 1816 ging das Schloß nebſt allen dazu gehörigen Gütern wirk⸗ lich in den Beſitz des Fürſten von Putbus über und Manches änderte ſich ſeit jener Zeit in ſeinem Aeußern und Innern, aber immer noch ſteht es im Ganzen ſo da, wie wir es beſchrieben haben, und dürfte der Le⸗ ſer es lohnend finden, bei einem Beſuche auf Rügen
die Gemächer deſſelben zu betrachten und die alten
Schätze zu bewundern, die zum großen Theil ſchon zur Zeit unſrer Erzählung an Ort und Stelle waren.
Mit am meiſten von allen Perſonen aber intereſ⸗ ſirt uns wohl das alte Ehepaar im Kiekhauſe bei Saſſenitz, deſſen Schickſale wir am genaueſten ent⸗ wickelt haben, und ſo kehren wir noch einmal zum Schluß in daſſelbe zurück. Viele Jahre hindurch ſah dort Alles noch eben ſo aus, wie wir es im Jahre 1815 verließen; kein Stück Möbel war von ſeinem


