Teil eines Werkes 
4. Theil (1860)
Entstehung
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gemordet hätte, blos um ſeine gemeine Rache zu küh⸗ len und ihn ſeines wohlerworbenen Beſitzes zu be⸗ rauben.

Alle Leute, die mit ihr verkehrten, kannten dieſe franzöſiſche Spiegelfechterei, dies Buhlen mit einge⸗ bildeten Phantomen, und hörten ſie ſchweigend an, wenn ſie ihre Erlebniſſe zum hundertſten Male auf⸗ tiſchte und immer mit neuen Zuſätzen ausſchmückte. Aber man vermied ſie, wo man ſie vermeiden konnte, zumal ſie ſtets auf die allgemein geehrte und geliebte Familie Brahe ſchimpfte, der ſie, wie Jedermann wußte, Alles verdankte, was ſie auf Erden beſaß und galt, und von der ſie dennoch behauptete, ſie habe ſie ſchimpflich behandelt, indem ſie ſie in Lumpen gehen und Hungers ſterben laſſe.

In ihren letzten Jahren ſtand ſie faſt ganz allein, denn ſie vertrug ſich mit keinem Menſchen und dich⸗ tete Jedem das Aergſte und Schlimmſte an. Jeder Mann war in ihren Augen ein Hahnrei und jede Frau eine Buhlerin. Schönheit gab es auf Erden nicht mehr, ſeitdem ſie jung geweſen war, und alle Tugend war bei den Männern zum Laſter geworden. Wenn ſie in ihrem verjährten Putze, hochroth ge⸗ ſchminkt, mit alten zerdrückten Blumen überladen und mit außer Mode gekommenen Ueberbleibſeln ihrer ehe⸗