Teil eines Werkes 
4. Theil (1860)
Entstehung
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aber es war ſparſam, dünn und im Ganzen todt und ſtrohfarben geworden; ihre frühere ſtolze Haltung war einer zuſammengeſunkenen Hinfälligkeit gewichen, die ihr vor Allem ein gebrechliches und alüüngfeuliches Anſehen verlieh.

Dabei verfolgte und peinigte ſie eine unaufhör⸗

liche Unruhe, ſo daß ſie nicht lange an einer Stelle ſitzen und am wenigſten mit Sammlung und Beha⸗ gen leſen konnte, da die Gedanken zu heftig in ihr ſtürmten und ſie von einem Orte zum andern jag⸗ ten, um irgend wo, wiewohl vergeblich, die begehrte Ruhe zu gewinnen. Am liebſten ging ſie in Geſell⸗ ſchaften, wo möglich alle Tage in eine andere, weil das am raſcheſten die Zeit tödtet, die für Ihresglei⸗ chen wie eine Schnecke dahin ſchleicht, Geſellſchaften, zu denen man ſie einlud, um Kaffee oder Thee zu trinken und dabei die Stunden mit Klatſchereien zu füllen, denn da hörte ſie am häufigſten Dinge erzäh⸗ len, die den Leumund anderer Perſonen betrafen, und es machte ihr eine eigene Freude, ein liebloſes Ur⸗ theil über Andere zu vernehmen und dann ſelbſt ih⸗ rer lockeren Zunge die Zügel ſchießen zu laſſen.

Nie fand ſie eine Frau oder ein Mädchen ſchön und die Tugendhaftigkeit Aller, auch ihr gänzlich Un⸗ bekannter, bezweifelte und begeiferte ſie; überall fand