Teil eines Werkes 
4. Theil (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

net, die ich vor Ihnen verfolgen muß, um in Ihrem

Herzen den Fleck zu berühren, wo hoffentlich noch ein

Reſt von Empfindung zurückgeblieben iſt. Ja, ſtau⸗ nen Sie über meine Dreiſtigkeit, zu Ihnen, dem Weibe, mit ſo bitteren Worten zu ſprechen, allein es giebt Weiber, bei denen die Waffen der Milde und Bitte eben ſo wohl angebracht ſind, wie bei Tigern und Wölfen eine ſeidene Schnur, um ſie friedlich und ſanft daran zu leiten. Magnus iſt um es Ihnen ganz klar auseinanderzuſetzen kein Weichling geweſen, wenn er ein Mann war und Männern gegenüber⸗ ſtand, ſondern nur wenn er den Verführungen eines Weibes unterlag. Sie haben ihn nicht geſehn in der Schlacht, wenn Flammen und Blitze um ihn ſprühten und er dem Feinde die drohende Stirn zukehrte. Hät⸗ ten Sie ihn als ſolchen geſehn, Sie hätten nie Ihr Auge auf den Fremdling gerichtet, der nur ein Mann war, wenn er einem Weibe gegenüberſtand, und aus dieſem einen Vergleiche können Sie auf den Werth Beider ſchließen, wenn Sie überhaupt den Willen dazu und das Verſtändniß dafür haben.

Gylfe ſprang von dem Stuhle auf, auf dem ſie unruhig ſaß, und trat mit drohender Geberde auf den warm gewordenen Vertheidiger ſeines Freundes zu, als wolle ſie ihn mit ihrem Blicke niederſchmettern