Teil eines Werkes 
4. Theil (1860)
Entstehung
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ebenſowohl das Auge eines Fremden beſtechen wie die eigene angeborene Eitelkeit des leichtſinnigen Mäd⸗ chens befriedigen ſollte.

Aber nicht Das war es, was Waldemar's Auge an dieſem Abende ſo unheimlich entgegenblitzte und es am meiſten verletzte, es war vielmehr die Haltung der ganzen Geſtalt und der Ausdruck, der auf dem noch ſo jugendlichen Geſichte der Jugendgeſpielin lag. Denn ſie hatte ihre etwas magere Geſtalt mit einem gewiſſen Trotze in den Seſſel zurückgelehnt und in jeder ihrer Bewegungen ſprach ſich ein Stolz, eine vornehme Nachläſſigkeit und erzwungene Würde aus, die ihr nicht eigenthümlich und jetzt am wenigſten am Platze war, da man annehmen mußte, ihr Trotz wäre durch die äußeren Ereigniſſe herabgeſpannt und ihr anmaßender Stolz müſſe tiefer denn je gedemü⸗ thigt ſein.

Mit dieſer Haltung ſtimmte vollkommen der Aus⸗ druck ihres Geſichts überein. Es war allerdings un⸗ gewöhnlich blaß, aber mehr ſpitz und eckig, als rund und jugendlich, ſo daß die Lieblichkeit, die ihr früher zu eigen geweſen, zurückgetreten war und den ſchrof⸗ feren Zügen Platz gemacht hatte, die in den geheim⸗ nißvollen Winkeln und Falten dieſes Geſichts gleich⸗

ſam unter der Oberfläche verborgen lagen. In ihren 2*