Teil eines Werkes 
4. Theil (1860)
Entstehung
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faſt ein Bruder geweſen. Dieſelbe väterliche Hand hatte für Beider Erziehung ſo weiſe wie liebreich ſich aufgethan, Beide mit gleicher Liebe umfaßt und Bei⸗ den ohne irgend eine Parteilichkeit, die doch ſo natür⸗ lich geweſen wäre, ihre fernere Lebensbahn zu ebnen geſucht, indem ſie den Einen wie den Andren mit gleichen Mitteln ausrüſtete, den Kampf des Lebens ſiegteich zu beſtehen. Nun war Der, um deſſenwillen dieſe Liebesquelle ſo reichlich gefloſſen, dahin, für im⸗ mer; der alte biedere Vater war kinderlos zurückge⸗ blieben und hatte alſo mit ſeinem Erben auch alle an ihn geknüpften Hoffnungen verloren. Die vielen zerſtreut liegenden Güter waren nun ihres einſtigen Herrn beraubt, die zahlreichen ſchönen Beſitzthümer aller Art vergebens geſammelt, die reichliche Saat für die Zukunft umſonſt ausgeſäet, denn Niemand war da, der hätte ſagen können: das Alles wird einſt mir gehören und ich werde weiter bauen, was mein Va⸗ ter gebaut, ich werde vollenden, was er in ſeiner Güte und Menſchenfreundlichkeit begonnen hat.

So lange Magnus lebte, war auch Waldemar eine beſtimmte und lohnende Lebensbahn vorgezeich⸗ net geweſen, ſein Schiff hatte einen Hafen, in dem es raſten, ſeine Hoffnung einen Anker beſeſſen, an dem ſie haften konnte, denn was der Eine that, that auch