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ſen, wen er vor ſich habe, denn das ahnte er bereits, ſondern um die Aufmerkſamkeit des Angreifenden von ſeiner Waffe abzuleiten und um Zeit zu gewinnen, eine ihn jählings überfluthende Abſicht auszuführen.
„Wer ich bin? Das wagen Sie mich hier zu. fragen? Ein Edelmann bin ich, der einem Räuber gegenüberſteht, das ſehen und fühlen Sie wohl, deſſen Name aber zu gut iſt, um in Ihrer Gegenwart ge⸗ nannt zu werden.“ Und dabei hob er die Piſtole wie⸗ der empor.
Dieſen Augenblick hatte der Franzoſe wahrgenom⸗ men. Noch ehe das todbringende Geſchoß ſeine Mün⸗ dung auf ihn gerichtet, fuhr er mit dem Griffe ſeines Pallaſches rückwärts und mit mächtigem Vorſtoße die ſcharfe Spitze gegen Magnus Brahe's Leib bewegend, ſtieß er die Klinge einen halben Fuß tief hinein, ſo. daß ihm, als er ſie mit Gewalt wieder herauszog, das hervorſpritzende Blut ſelbſt über Geſicht und Bruſt floß. Zugleich aber ging Magnus Schuß los, jedoch zu ſpät. Er ſelbſt, auf den Tod verwundet, fiel hinten über und färbte die Stufen der väterlichen Treppenhalle mit ſeinem Blute.
Der Franzoſe dagegen, raſch ſeine Waffe in die Scheide ſtoßend, ſprang blitzſchnell die Treppe hinab, und während Waldemar, von dem durch das ganze


