len ſanft oder ſchelmiſch zu lächeln verſtanden, aber auch einen faſt bohrenden Blick annehmen konnten, wenn ihre Laune beſchattet oder ihr kokettes Gebah⸗ ren nicht von dem gewünſchten Erfolge begleitet war.
Schön vor Allem waren ihre Arme und Hände, und da ſie dies wußte und ihnen eine große Sieges⸗ macht zutraute, ſo kämpfte ſie damit zu gelegener Zeit auf eine ihr beſonders eigenthümliche Weiſe, indem ſie damit ſprach und handelte und oft ſchon durch eine bloße Bewegung derſelben Jedermann zu ihrem Willen zwang, ohne daß ſie ihre Stimme zu bemühen brauchte, die, ſagen wir es offen, einen etwas ſpitzen und kalten Ton hatte, der ein weich und warm füh⸗ lendes Herz nicht befriedigen konnte, eine Eigenſchaft, die ſie in geraden Gegenſatz zu Hille ſtellte, der die Natur ein ſanftes, anſchmiegendes Organ verliehen, womit ſie allein ſchon, dhne es zu beabſichtigen oder zu wiſſen, Jedermann zu bezaubern im Stande war.
Wie wir ſehen, war Gylſe mit einer nicht unbe⸗ deutenden äußeren Mitgift für ihre Erdenlaufbahn ausgerüſtet und dabei hatte ſie auch geiſtige Fähig⸗ keiten in reichlicher Fülle erhalten. Leider aber waren denſelben Eigenſchaften des Herzens und Charakters beigemiſcht, die wohl im Stande ſind, unter entſpre⸗ chenden Verhältniſſen ein ganzes Menſchenleben mit


