Teil eines Werkes 
2. Theil (1860)
Entstehung
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niger weiblich als tollköpfig und allen auf ſie blicken⸗ den Augen ein Gegenſtand gerechter Verwunderung, wenn nicht Mißbilligung waren. Denn ſie ritt, jagte, ſchoß, ſegelte wie der keckſte Mann und ſuchte ſtets in kühnen Unternehmungen, die manchen Schatten auf die Gediegenheit ihrer Weiblichkeit warfen, die Kraft ih⸗ res Willens und die Ausdauer ihres Muthes zu erpro⸗ ben. Als nun aber Schloß Spyker und ein großer Theil der umliegenden Gegend durch die Einquartierung der Franzoſen beglückt wurde, und ein galanter Mann, der Capitain der Chasseurs à cheval, Monsieur François de Caillard, lange Zeit ſeine Wohnung daſelbſt auf⸗ ſchlug, da war, wie ſie ſelbſt glaubte und behauptete, ihre ſonnigſte Zeit, der Gipfelpunkt ihrer ſiegesſtrah⸗ lenden Jugend gekommen, denn nun fehlte es ihr keine Stunde mehr an längſt gewünſchten Vergnügun⸗ gen und Zerſtreuungen, und die Gelegenheit, ihre Künſte zu produciren und ſich in den genialen Eigen⸗ ſchaften ihres Körpers und Geiſtes bewundern zu laſſen, konnte ihr nie wieder ſo günſtig geboten werden. Wohin das Alles führte und führen mußte, wer⸗ den wir im Laufe der Erzählung mit eigenen Augen ſehen, hier haben wir das kecke Mädchen, ein launi⸗ ges und leider nicht allzu ſeltenes Spiel der Natur⸗ vorläufig nur zu ſchildern. 8