Gläubiger, unter denen Graf Brahe in Betreff der Höhe ſeiner Forderungen wie an perſönlicher Uneigen⸗ nützigkeit der bei Weitem hervorragendſte war. Die⸗ ſer erbarmte ſich des verlaſſenen Mädchens, zerriß die Schuldbriefe ihres Vaters und nahm ſie großmüthig in ſein Haus und ſeine Familie auf, die damals auf Spyker ihren Wohnſitz hatte. Hier wuchs ſie, nur we⸗
nige Jahre jünger als der einzige Sohn des Grafen,
mit dieſem auf, und von früher Jugend verband die beiden Kinder eine ſeltſam zärtliche Neigung, die von Magnus bis in ſein männliches Alter fortgeſetzt, von Gylfe aber ſtets vergeſſen wurde, ſobald ihr der Sohn ihres ehrenwerthen Beſchützers aus den Augen kam. Um dem armen Mädchen, das auf keine Weiſe aus eigenen Mitteln ſein Leben friſten konnte, für den Fall, daß er frühzeitig ſterben oder daß es aus irgend einem Grunde ſeine Familie verlaſſen ſollte, eine an⸗ ſtändige Unterkunft zu bereiten, kaufte Graf Brahe es frühe in das Fräuleinſtift zu Bergen ein, wohin ſich Gylfe auch begab, als ſie aus ihrer deutſchen Pen⸗ ſionsanſtalt zurückkehrte, da ſie wenig geneigt ſchien, den Grafen nach Stockholm zu begleiten, gegen das ſie einen ungewöhnlichen Widerwillen hegte— einmal weil ſie insgeheim ihr Vaterland beſchuldigte, unge⸗ recht gegen ihren Vater geweſen zu ſein, und ſodann,


