älteſten dieſer uralten Ueberbleibſel hinterlaſſen, wiſſen wir nicht, die ſpäteren Reſte aber ſtammen ſicher von den zum ſlaviſchen Volksſtamme gehörigen Ranen her, die ein im ärgſten Heidenthum verſtricktes und blut⸗ dürſtiges Seeräubervolk waren, das ſchrecklich geſtaltete Götzenbilder anbetete, ſelbſt nicht vor Menſchenopfern zurückbebte, auf Arkona aber ſeinen Haupttempel hatte und von dort aus ſeine Herrſchaft über die ganze Nach⸗ barſchaft ausdehnte.
Dieſe beuteluſtigen Ranen ſollen die Dänen im Jahre 1100 ſich zinspflichtig gemacht und ſogar durch einen Statthalter beherrſcht haben, aber ſelbſtverſtänd⸗ lich ging dieſe Unterwerfung nicht ohne Kampf und Blutvergießen ab, und offene Empörung, die nur zu neuen Kämpfen führte, war die nächſte natürliche Folge davon.
Bel dieſen Ranen nun hielt ſich der heidniſche Cultus am längſten in Norddeutſchland, den ſelbſt Carl's des Großen Sohn, Ludwig, als er das rügen⸗ ſche Land dem heiligen Veit im Kloſter Corvey weihte, nicht auszurotten vermochte. Selbſt das gottgeweihte Streben des Biſchofs von Bamberg, der im Jahre 1124 von Uſedom und Wollin aus das Chriſtenthum auf die Inſel zu verpflanzen verſuchte, ſcheiterte an der Ungunſt des nordiſchen Sturmwetters, das ihn


