und Theilnahme, eine ſo ſüße und ſeltene Mitgift des auf der ſorgenvollen Erde lebenden Menſchen.
Das Sömmering'ſche Haus hatte ich nicht wieder betreten und blieb es mir auch aus guten Gründen fernerhin verſchloſſen. Jener junge ſchon ein Mal er⸗ wähnte Arzt hatte ſich die jüngſte Tochter zur Lebens⸗ gefährtin erleſen und war nun natürlich der unent⸗ behrliche Rathgeber der Familie geworden, ein Troſt mehr für mich, dem es oft Sorge gemacht, die ſo wohlgemeinten Erwartungen der Mutter nicht mit dank⸗ barem Herzen erfüllen zu können.
Was mich allein ernſtlich peinigte und meine
Stellung im Ganzen erſchwerte, war der Gemüths⸗ zuſtand meines hohen Patienten, des Herzogs ſelber. Leiblich krank war er eigentlich nie, aber dennoch be⸗ durfte er oft meines ärztlichen Rathes und Troſtes. Denn er wurde alle Tage mürriſcher, unzufriedener mit ſich und der Welt, er zerfiel immer mehr innerlich und äußerlich mit Denen, die Jahre lang an ſeiner Seite geſtanden und mit ihm für das allgemeine Beſte
geewirkt hatten. Leider war es beſonders eine Richtung
ſeines Gemüthes, die, immer ſichtbarer hervortretend, mich oft erſchreckte und eine ſchlimmere Zukunſt für Alle, die von ſeiner Laune und Macht abhängig waren, fürchten ließ. In dem erſten halben Jahre meiner
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