näheren Stellung zu ſeiner Perſon hatte ich genug— Gelegenheit gehabt, wahrzunehmen, wohin ſein krank⸗ haft überſpanntes Gefühl neigte; er vertraute mir ſogax bisweilen in geheimen Geſprächen oder verrieth mir in unbewachten Augenblicken, wenn ein jäher Ausbruch ſeiner leidenſchaftlichen Gefühle ihn ſelbſt überraſchte, die innere Beängſtigung, von der ſeine Seele gefoltert wurde, und ließ mich ſo den düſteren Weg ahnen, den auch er fernerhin zu wandeln geſonnen ſchien. Eine ſtark religiös gefärbte Wandelung trat in allen ſeinen Aeußerungen und Unternehmungen von Tage zu Tage erkennbarer hervor. Das irdiſche Leben hatte für ihn ſeinen Reiz verloren, und ſo wandte er ſich mit um ſo heißerem Verlangen dem Unvergänglichen zu. Von ihm glaubte er allein Linderung für alle ſeine menſch⸗ lichen Kümmerniſſe erlangen zu können. Und ich kann mir den Grund dieſer Wandelung, die in gewiſſem Alter und unter allen Verhältniſſen des Lebens ſo Viele be⸗ fällt, ſehr gut erklären. Nachdem dieſe Menſchen alle Gaben und Segnungen des Schöpfers, die in den Bereich ihrer Mittel gelegt waren, in vollem und viel⸗ leicht zu reichem Maße genoſſen, und nachdem ſie nicht die Beruhigung darin gefunden, die ſie erwartet hatten, ſtumpft ſich ihr Gefühl, ihr Geſchmack, ihre Neigung zu dieſen Genüſſen ab, ſie empfinden allmälig einen
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