Teil eines Werkes 
3. Theil (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

306

nur ein Mal im Leben mir geht es darin wie Dir. Aber nein, mein lieber Ernſt, ich habe keine Nachricht,

keine Spur, weder von Deiner Grete, noch von meiner Chriſtel und ich bin auch ſchon zwei und dreißig Jahre alt.

Aber zum Teufel! wo mögen ſie nur ſein? Denn ich ſetze immer voraus, ſie werden bei einander leben, wie wir hat ſie denn die Welt verſchlungen?

Sie können geſtorben oder verheirathet ſein, was für uns beinahe daſſelbe iſt.

Fritz, ich bitte Dich, ſprich nicht ſo. Du ver⸗ ſetzeſt mir einen Dolchſtich zum Willkommen. Sieh, ich zittere ſchon bei dem bloßen Gedanken ich könnte ein Mörder werden, wenn ſie ein Anderer hätte und er lief mit ſeiner alten Leidenſchaft wie ein Ra⸗ ſender durch das Zimmer, ſo daß ich jeden Augenblick glaubte, er würde ein Rad ſchlagen und mir dabei meine Spiegel zertrümmern.

Beruhige Dich, mein Freund, mit Toben und Schelten wird hier nichts gewonnen. Der Himmel hat uns ſo viel gegeben, wir müſſen ihm ſchon dafür dank⸗ bar ſein. Alſo Du bleibſt jedenfalls bei mir?

5 Auf ewige Zeiten, wenn Du mich nicht fortjagſt. So bin ich zufrieden. Verdienſt kann ich Dir genug zuweiſen; ein kleines Häuschen daſſelbe, in