Teil eines Werkes 
3. Theil (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

meſſe Theil zu nehmen. Es wurde mir dadurch un⸗ möglich gemacht, die ſchöne Kirche in allen Einzeln⸗ heiten zu betrachten, ich erinnere mich nur noch, daß ich den Hochaltar wie von Gold und Edelſteinen unter der tageshellen Erleuchtung blitzen ſah.

Außer einigen zerſchoſſenen und theilweiſe abge⸗ brannten Häuſern hatte Rheims nicht viel gelitten und wir fühlten uns, in den belebten Straßen auf⸗ und

abwandelnd, einmal wieder ſo ruhig, wie man ſich in einer feindlichen Stadt fühlen kann, wenn man gerade nicht angegriffen zu werden befürchtet.

Aber ſchon zehn Uhr Abends hatte dieſes ſüße Gefühl kurzer Ruhe und Sicherheit ein Ende. Deut⸗ lich hörte man ein ſtarkes Gewehrfeuer von dem Ende der Stadt, welches dem, von wo wir eingezogen, ent⸗ gegengeſetzt lag, herüberſchallen. Die kurmärker Land⸗ wehren, meiſt auf Straßen und Plätzen verweilend, zogen ſogleich Kundſchaft ein und da ergab ſich denn, zu un⸗ ſerer nicht geringen Beſtürzung, eine ganz neue und jetzt am wenigſten befürchtete Ausſicht. Ein Theil unſerer Truppen hatte Befehl bekommen, Rheims ſchleunigſt zu verlaſſen und ſich mit der voraufziehenden großen Armee zu vereinigen. Wir allein, ein kurmärkiſches Bataillon 3 und einige andere Truppen, waren, jedenfallszvergeſſen, 4

urückgelaſſen, und ſahen nun das Vergnügen vor uns,