Teil eines Werkes 
2. Theil (1854)
Entstehung
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Eine Stunde etwa mochte ich traumlos dagelegen haben, als ich geweckt wurde und zwar durch meinen erſten Chef, der mich ihn zu begleiten bat. Ich erhob mich und fühlte mich außerordentlich geſtärkt. Wir tranken erſt noch einige Gläſer Wein, ich nahm noch einige Schnitte Brot und Fleiſch mit auf den Weg, dann folgte ich meinem Führer auf dem Fuße.

Es war Mitternacht. Wir beſprachen zuerſt Mancherlei für den kommenden Morgen und wandel⸗ ten darauf durch die Zimmer der Verwundeten, die ſtill, ergeben und meiſt mit gefalteten Händen unter ihren weißen Decken lagen, mitunter nur ein leiſes Geſtöhn, ein Aechzen, kaum eine Klage ausſtießen, um die ruhig daneben Schlafenden nicht zu erwecken.

Vor einem jungen Burſchen vom kurmärkiſchen Landwehr⸗Regimente blieben wir ſtehen. Ich werde ſeinen rührenden Geſichtsausdruck nie vergeſſen. Eine Kugel. war mitten durch ſeine Bruſt gegangen und hatte ſeine Lunge durchbohrt, ohne ein großes Blut⸗ gefäß zu verletzen. Angſtvoll, laut röchelnd und mit ſchwer aufathmender Bruſt lag er da; keine Klage ent⸗ floh ſeinen Lippen, nur ſeine hellblauen Augen bohr⸗ ten ſich in die meinen, als begehrten ſie ſtillſchweigend Hülfe und Beiſtand. Ich kniete neben ihm nieder, faßte ſeine Hand und beruhigte ihn mit tröſtendem Zu⸗