Teil eines Werkes 
2. Theil (1854)
Entstehung
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ſpruch. Dieſer hülfloſe, flehende Blick aber hatte den Stein, der wie ein ſchwerer Alp den ganzen Tag auf

meiner Bruſt gelegen, gehoben ich fühlte ein nie

empfundenes Bedürfniß ich verließ das Zimmer, ging auf den Hof und hier, wo Niemand mich ſah, als die Millionen funkelnder Sterne am blauen reinen Himmel ließ ich meinen Thränen freien Lauf. Vater dort oben! ſchluchzte ich.Warum läſſeſt Du ſo viel Elend zu? Was haben dieſe armen jun⸗ gen Menſchen gethan, ſo zu bluten, ſo zu leiden? Ah, freilich, ſie bluten und ſterben für König und Vater⸗ land und das iſt ihr einziger Troſt!

Und mir wurde nach dieſem unwillkürlichen Thrä⸗ nenerguß leichter um's Herz, ich fühlte mich wieder geſtählt gegen das von Außen ankämpfende Leid. Ich ſchritt leiſe vor die Thür des auf einem Hügel liegen⸗ den Hauſes und ſchaute mich um. In lautloſer Stille breitete ſich rings die friedliche Nacht aus. Auf die Berge und Thäler hatte ſich endlich der Frieden her⸗ abgeſenkt, der den Tag über dieſe freundliche Gegend geflohen war. Am ganzen Horizont aber herum loder⸗ ten auf den Hügeln die Wachtfeuer der bivouakirenden

Preußen, während die Ruſſen in das eroberte Rheims eingezogen waren. Eine Weile ſtand ich in ſtiller Be⸗ trachtung und ſchlürfte die belebende Nachtluft ein;