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„Warum ſollte ich mich dieſem Befehle meines Vaters nicht fügen? Er hat ſogar ſehr viel Grund, mir den Rath zu ertheilen, Göttingen zu verlaſſen, denn hier ſieht und lernt man jetzt nicht viel Ver⸗ nünftiges. Die Leute in der Stadt mögen Recht haben mit ihrem Zorn, aber Unrecht haben ſie, daß ſie glauben, einen Elephanten mit einer Ruthe todt⸗ ſchlagen zu können. Ich mag Göttingen nicht wieder⸗ ſehen, meine Idee von der Menſchenbeglückung und der Forderung ihrer unveräußerlichen Rechte iſt eine andere, und die wollen wir wo möglich in Heidelberg weiter verfolgen. So viel iſt gewiß, ich habe eben ſo wenig Luſt, ein Unterdrückter wie ein Unterdrücker zu ſein. Mögen ſich Leute dazu finden, ich gebe mich
niemals dazu her. Das werde ich meinem Vater ſelbſt — zu h
zu ſagen ſehr bald die Ehre haben.— Wann kön⸗ nen wir reiſen, Herr von Transfeld?“
„In zwei Stunden wird Alles bereit ſein, Durch⸗ laucht; glücklicher Weiſe habe ich ſchon ſeit einigen Tagen meine Vorbereitungen dazu getroffen.“
„Ah, Sie ſind ein vorſichtiger Mann! Und nun lebe wohl, ehrwürdige Georgia Augusta! Wir wa⸗
ren hierher gekommen, voll Hoffnung, an Deinen
Brüſten unſer Herzblut mit Weisheit zu füllen, aber Du haſt uns nur eine Erfahrung für's Leben gegeben,


