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gekommen war und dem ſie als das Verſtändigſte er⸗ ſchien, was er in dieſen Tagen geſehen, wollte dem edlen Manne ſeine Achtung beweiſen, und indem er ihm die Hand drückte, ſagte er:„Ich bin ſtolz dar⸗ auf, die Hand eines Mannes zu berühren, der es ſo wohl verſteht, ſeine Pflicht gegen ſeinen König wie gegen ſeine Mitmenſchen zu üben. Sie ſtanden auf einem unangenehmen Poſten zwiſchen dieſen beiden ewigen Widerſachern: Regierung aund Volk, aber Sie haben ihn mit Würde behauptet und mit Menſchlich⸗ keit geziert. Sollte Ihnen jemals ein unverdientes Unheil begegnen, ſo wenden Sie ſich an mich, ich liebe und ehre Männer wie Sie und werde mich glücklich ſchätzen, Sie einſt zu meinen Freunden zu zählen.“ 3
Auf dem Rückwege von dieſem Beſuch begegneten wir dem, ſtatt des Hofraths Langenbeck, neu erwähl⸗ ten Studentenführer, dem Dr. Rauſchenplatt mit ſei⸗ ner die Stadt vertheidigenden Schaar. Er trug große Waſſerſtiefel, einen Gürtel um den Leib mit Piſtolen, eine Flinte auf dem linken Arm und, wenn ich nicht irre, einen blanken Schläger in der Rechten. In die⸗ ſem Außzuge ſah er furchtbar genug aus, um den Studenten die Hoffnung einzuflößen, er werde ſchon mit dem Hauch ſeines Mundes die anrückenden 8


