wundere mich, daß Sie erſt jetzt dieſe Entdeckung ge⸗ macht haben, da Sie doch ſonſt ſein ganzes Ver⸗ trauen beſitzen. Laſſen Sie ihn ruhig gehen, es iſt in ihm wie beim jungen Wein, der gährt und treibt und die unnützen Schlacken ausſtößt. Wenn er ordentlich ausgegohren, kann der Wein ſehr ſchmack⸗ haft werden, denn er hat Feuer und Kraft wie irgend einer. Für alle übrigen Folgen ſtehe ich, ich kenne den Charakter, das Herz und die Seele meines Zög⸗ lings. Nie wird er ein Revolutionair ſein, nie zur Umſturzpartei gehören, wie Sie zu fürchten ſcheinen, und wenn er jemals gegen irgend Jemand rebellirt, ſo iſt es gegen ſich ſelber, um ſich ſelbſt zu zwingen, den Menſchen ein Genüge zu thun, die er einſt zu beherrſchen haben wird.“
„Gut,“ ſagte ich,„damit ſtimme ich überein, aber wenn er nun ganz und ſo weit gegen ſich ſelbſt rebel⸗ lirt, daß er ſich vom Throne ſtürzt, in dem Glauben, damit ein nothwendiges Opfer zu bringen— wie dann?“
„Wie dann? Nun, dann thut er ſich doch ſelbſt ein Genüge, dann ſchafft er ſich ſein eigenes Glück und davon werden Sie ihn doch nicht zurückhalten wollen?"
„Von ſeinem eigenen Glück gewiß nicht, aber was wird ſein Vater, der Fürſt, dazu ſagen?“


