Teil eines Werkes 
1. Theil (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

der, die Lichtreflexe und die grell oder lieblich ſich ab⸗ ſtufenden Gegenſätze von Berg und Thal, Wald und Fluß, Himmel und Erde.

Außer dieſen kleinen Fußwanderungen, die mir, mit dem trüben Leben in unſrem Hauſe verglichen, einem großen Feſte gleichkamen, gab es für mich noch eine andere Freude, die mein junges Herz oft hoch⸗ auf ſchlagen machte und eine um ſo größere Bedeu⸗ tung für mich gewann, je älter und vernünftiger ich wurde. Dieſe Freude hing mit dem eben erwähnten Schloſſe zuſammen, das mir von frühſter Jugend an als etwas Hochheiliges, Ehrwürdiges und Unantaſt⸗ bares geſchildert und vorgekommen war. Mit den Bewohnern deſſelben trafen wir im Ganzen ſelten oder höchſtens nur durch einen Zufall perſönlich zu⸗ ſammen. Der Fürſt ließ meinen Vater ſtets zu ſich befehlen, wenn er mit ihm zu ſprechen wünſchte, und war mein Vater zu der feſtgeſetzten Zeit gerade un⸗ zugänglich, ſo ward er für krank ausgegeben, was der Fürſt verſtand, da ihm, wie allen übrigen Schloß⸗ und Stadtbewohnern, die unglückliche Leidenſchaft ſei⸗ nes Hofgärtners bekannt war. Die Fürſtin kam faſt nie in die Nähe unſrer Wohnung; ſie liebte die wei⸗ ten Spaziergänge, zumal das Bergſteigen nicht, und deshalb erging ſie ſich gewöhnlich auf der oberſten